In den ersten Lebensmonaten reichen Muttermilch oder Säuglingsnahrung in der Regel vollständig aus. Mit der Zeit verändert sich jedoch der Bedarf: Woran Sie erkennen, dass es so weit ist, und wie der Einstieg in die Beikost gelingt, haben wir für Sie zusammenfasst.
Das richtige Zeitfenster
Frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats ist es Zeit für Beikost. So empfiehlt es u.a. das Netzwerk Gesund ins Leben – ein Zusammenschluss von Fachgesellschaften zur Förderung der frühkindlichen Gesundheit, angesiedelt beim Bundeszentrum für Ernährung.
Wichtig ist: Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Eltern müssen nicht direkt zum Start des 5. Monats beginnen. Das empfohlene Zeitfenster lässt bewusst Raum, um abzuwarten, bis das Baby von sich aus Interesse zeigt.
Warum überhaupt Beikost?
Ab dem zweiten Lebenshalbjahr verändert sich der Nährstoffbedarf von Babys: Milch allein reicht dann nicht mehr aus, um alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge zu liefern.
Vor allem Eisen wird jetzt wichtig: Die Reserven, die das Baby während der Schwangerschaft aufgebaut hat, sind zu diesem Zeitpunkt weitgehend aufgebraucht. Gleichzeitig spielt Eisen eine zentrale Rolle für die Blutbildung, das Immunsystem und die geistige Entwicklung. Auch andere Nährstoffe wie Calcium, Zink und Vitamin B6 werden nun in größeren Mengen benötigt.
Was zeigt mir mein Baby?
Bereit für den Brei ist ein Baby, wenn es:
- den Brei nicht mehr reflexartig mit der Zunge herausdrückt
- den Kopf stabil halten und mit Unterstützung aufrecht sitzen kann
- sich selbst Dinge in den Mund steckt
- neugierig beobachtet, was andere essen
- und dabei die Kaubewegungen der Eltern imitiert
Schritt für Schritt
Den Anfang macht ein Gemüsepüree am Mittag, wenn das Baby wach und gut gelaunt ist. Ideal ist die süße, leicht verdauliche Karotte, aber auch Pastinake, Kürbis, Brokkoli oder Zucchini eignen sich. Immer etwas Rapsöl dazugeben (reich an Omega-Fettsäuren). Empfehlenswert ist es, zunächst den Brei anzubieten und erst danach Milch zu geben. So wird das Baby nicht schon vorher satt. Neue Zutaten können etwa alle zwei bis drei Tage ergänzt werden.
Nach ein bis zwei Wochen wird das Gemüse schrittweise um Kartoffeln ergänzt, später kommen Fleisch oder Fisch hinzu. So entsteht nach und nach ein vollständiger Mittagsbrei, der eine Milchmahlzeit ersetzt. Auch eine vegetarische Variante ist möglich. Damit das pflanzliche Eisen, zum Beispiel aus Getreide, Gemüse oder Eigelb, gut aufgenommen werden kann, sollte es jedoch immer in Kombination mit Vitamin C (z.B. Apfelsaft oder Obstmark zum Nachtisch), verabreicht werden.
Ist der Mittagsbrei etabliert, folgen ein Milch-Getreide-Brei und ein Getreide-Obst-Brei. Sind alle Breie etabliert, lässt sich die Reihenfolge im Alltag flexibel gestalten. Viele Babys trinken morgens weiterhin gerne Milch, daher kommt der Frühstücksbrei meist als Letztes.
Selbst kochen oder Gläschen?
Beides ist eine gute Wahl. Wer selbst kocht, entscheidet über die Zutaten, kann saisonal und regional einkaufen und spart Geld.
Fertigbreie sind praktisch und erfüllen hohe gesetzliche Standards. Bei beidem gilt: Beikost sollte frei von geschmacksgebenden Zutaten wie Gewürzen, Nüssen, Schokolade, Kakao und Aromen sein. Auch der Zusatz von Zucker und Salz zur Beikost ist überflüssig.
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Weitere Themen rund um Kinder und Familienleben gibt es in unserer Rubrik Gut zu wissen.


