Plötzlich wird mehr gesabbert, alles landet im Mund und die Nächte werden wieder unruhiger. Kündigt sich da der erste Zahn an? Wir erklären, was bei Beschwerden helfen kann und was Eltern bei der ersten Zahnpflege beachten sollten.
In der Regel zeigen sich die ersten Zähnchen ungefähr im zweiten Lebenshalbjahr zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat. Einen festen Zeitpunkt gibt es allerdings nicht: Manche Babys zahnen deutlich früher, bei anderen lässt sich der erste Zahn bis nach dem ersten Geburtstag Zeit. Meist machen die unteren mittleren Schneidezähne den Anfang. Nach und nach folgen weitere Schneide-, Backen- und Eckzähne, bis das Milchgebiss schließlich aus 20 Zähnen besteht.
Was tut beim Zahnen gut?
Wenn das Zahnfleisch spannt oder schmerzt, kann Gegendruck angenehm sein. Dafür eignen sich beispielsweise Beißringe. Leicht gekühlt können sie zusätzlich beruhigen. Ins Gefrierfach gehören sie allerdings nicht, da zu starke Kälte zu Erfrierungen an den Lippen und der Mundschleimhaut des Babys führen kann.
Auch eine sanfte Massage des Zahnfleischs mit einem sauberen Finger kann wohltuend sein. Genoppte Fingerhüte aus Silikon, die beispielsweise in Drogerien erhältlich sind, verstärken dabei den Massageeffekt.
Auch spezielle Zahnungsgele können Schmerzen reduzieren. Die Gele beruhigen das gereizte Zahnfleisch und lindern den Juckreiz. Eine pflanzliche Alternative stellen schmerzlindernde Tees wie Salbei oder Kamille dar, die mit einem Wattestäbchen auf das Zahnfleisch getupft werden und so ihre Wirkung entfalten.
Der erste Zahn ist da – und jetzt?
Schon für Säuglinge vor dem ersten Zahndurchbruch empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben des Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) Eltern ihren Kindern täglich ein Kombinationspräparat mit 0,25 mg Fluorid und 400 – 500 I.E. Vitamin D in Tablettenform zu verabreichen. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und trägt dazu bei, die Zähne vor Karies zu schützen.
Sobald der erste Zahn sichtbar ist, sollten Kinder allmählich und behutsam an das Zähneputzen herangeführt werden. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt ab diesem Moment folgende zwei Optionen:
- täglich 1 Tablette mit 400–500 I.E. Vitamin D und 0,25mg Fluorid und Zähneputzen ohne Zahnpasta oder mit geringer Menge fluoridfreier Zahnpasta,
- täglich 1 Tablette mit 400–500 I.E. Vitamin D und bis zu 2-mal täglich Zähneputzen mit jeweils bis zu 0,125 g (reiskorngroße Menge) Zahnpasta (mit 1000ppm Fluorid)
Welche Variante zum Kind passt und die grundsätzliche Kariesprophylaxe sollten Eltern stets mit den betreuenden Zahnärzten besprechen.
Ab dem ersten und bis zum zweiten Geburtstag rät das Netzwerk Gesund ins Leben dazu, zweimal täglich die Zähne des Kindes mit einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta mit Fluorid (1.000 ppm) zu putzen.
Früh ans Zähneputzen gewöhnen
Zähneputzen darf von Anfang an zur täglichen Routine gehören. Lieder oder kleine Reime können dabei helfen, das Kind spielerisch daran zu gewöhnen. Auch der erste Besuch in der Zahnarztpraxis steht früh an: Die erste Früherkennungsuntersuchung ist bereits zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat vorgesehen, idealerweise kurz nach dem Durchbruch des ersten Milchzahns. So ist von Anfang an gut für ein gesundes Milchzahnlächeln gesorgt.
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Weitere Themen rund um Kinder und Familienleben gibt es in unserer Rubrik Gut zu wissen.


